Anet A6 3D Drucker – Review

/ August 20, 2018/ 3D Drucker, Allgemein

Erster Eindruck

Ein neuer Drucker ist im Dorf! Und er druckt nicht einfach nur auf Papier sondern sogar in 3D!

Nach ein wenig Recherche im Internet und einigen „Umfragen“ im Bekanntenkreis fiel die Wahl auf den Anet A6, einem Bausatz aus dem Reich der Mitte. Den man bei den üblichen Quellen ab ca. 160€ erwerben kann.

Der erste Gedanke nach dem „Unboxing“ des Bausatzes war dann zunächst ein „Wow, das sind viele Teile“. Doch der erste Eindruck trügt, der Bausatz besteht zwar aus ca. 200 Teilen aber alles ist anhand der Anleitung (die auf SD Karte beiliegt aber dazu später mehr) einfach zu identifizieren oder wie zum Beispiel die Schrauben eindeutig beschriftet. Darüber hinaus finden wir es großartig, dass dem Bausatz direkt das komplette benötigte Werkzeug für Aufbau und Verwendung des Druckers beiliegt. Insgesamt können sich selbst Markenhersteller anderer Bausätze von diesem Umfang (vor allem bei diesem Preis) eine Scheibe abschneiden.

Der Aufbau

Der Aufbau selbst ist zwar definitiv Zeitaufwändig, sollte jedoch für jeden der schon einmal ein Regal des bekannten schwedischen Möbelhauses aufgebaut hat kein Problem darstellen. Die hierzu benötigte Anleitung befindet sich auf einer SD Karte die zugleich auch die ersten druckbaren Dateien und einige Tools (in leider teilweise drei bis vier Jahre alten Versionen) beinhaltet um den Drucker nach dem Aufbau gleich testen zu können. Die SD-Karte findet man in einem USB-Stick welcher eigentlich ein getarntes Lesegerät für Micro-SD Karten ist. Die Anleitung liegt ausschließlich in englischer Fassung vor, ist aber komplett und gut bebildert.

Bis auf ein, zwei kleinere Unstimmigkeiten bei der Beschriftung der zu verwendenden Schrauben (in der Regel markiert durch farbige Kreise) ließ sich der Drucker problemlos aufbauen und verkabeln. Die Kabel von allen Sensoren, Motoren etc. sind klar und deutlich beschriftet und trotz einiger kleinerer Fehler weit von der mittlerweile schon berühmten Qualität englischer Übersetzungen aus dem Chinesischen entfernt.

Als kleinen Tipp können wir aber auf jeden Fall empfehlen, insbesondere wenn zwei Teile auf den ersten Blick gleich sind, darauf zu achten auf welcher Seite des Druckers sie verbaut werden sollen. Ansonsten ist die Öffnung die eine Kabelführung ermöglichen soll nachher auf der falschen Seite des Geräts (mächtiger Facepalm an dieser Stelle…). Ebenso gilt es bei dem Einbau der Schrittmotoren darauf zu achten, in welche Richtung die Anschlüsse verbaut sind, dies erleichtert euch später die saubere Verkabelung.

Am wichtigsten ist jedoch, dass ihr die Zahnriemen für die X- und Y-Achse so präzise und straff wie möglich verbaut. Sich hier ein paar Minuten Zeit zu lassen oder dies im Optimalfall sogar zu zweit vorzunehmen zahlt sich im Anschluss durch wesentlich genauere Ausdrucke aus. Um den mitgelieferten Gleitlagern für Heatbed und die beiden Schlitten die Arbeit ein wenig zu erleichtern habe ich diese vor der Montage noch mit Kugellagerfett geschmiert. Schmiermittel wie WD-40 sind für diesen Zweck zu flüchtig und würden regelmäßiges Nachfetten bedeuten. Auch versaut Ihr euch mit Kugellagerfett durch die gelartige Konsistenz nicht so schnell den Drucker.

Der erste Ausdruck

Nachdem der Aufbau fertig abgeschlossen war ging es an den ersten Testlauf. Also alle Kabel noch einmal überprüft und den Stecker in die Steckdose. Und siehe da, der geht! Über das Menü kann man nun prüfen ob die Motoren sich korrekt ansteuern lassen und alle Schlitten, Lager etc. Ruckelfrei funktionieren. Wenn einzelne Schlitten zu sehr ruckeln bzw. es zu hohen Vibrationen kommt hilft es vor allem die Spannung der Zahnriemen zu überprüfen. Nachdem wir hier noch einmal nachgebessert haben waren die Druckergebnisse um längen besser. Bevor man jedoch drucken kann muss das Druckbett kalibriert werden. Hierzu noch eine wichtige Anmerkung zum Heatbed. Wie der Name vermuten lässt handelt es sich hierbei um eine beheizte Platte, beheizt deshalb damit die Druckerzeugnisse besser auf der Oberfläche haften. Leider besitzt das Heatbed, schon aufgrund der Tatsache, dass es aus Aluminium gefertigt ist, die Eigenschaft sich zu verformen. Ohne Glasplatte hieße es also vermutlich vor jedem Druck: neu kalibrieren. Da wir uns dies ersparen wollten (und es sich um einen Kostenfaktor von unter 10€ handelt) haben wir uns direkt eine passende Glasplatte nebst Foldback Klammern zur Befestigung mitbestellt.

Mit dieser Glasplatte fällt die Kalibrierung nun auch um einiges leichter. Hierzu wählt man über das Menü das so genannte „Auto Home“ an. Dies sorgt dafür das der Extruder (der Druckkopf) sowie das Heatbed in ihre Ausgangsposition gefahren werden. Um die mit der Glasplatte leicht erhöhte Position des Heatbeds auszugleichen haben wir den Federschalter für die Z-Achse einfach ein wenig gebogen damit der Endanschlag entsprechend früher ausgelöst wird. Anschließend fährt man den Druckkopf über das Menü an die Mitten der Außenkanten und die Mitte des Heatbeds und prüft mit einem Blatt Papier zwischen Nozzle (der Austrittsdüse) und Heatbed ob der Abstand korrekt eingestellt ist. Erhöht bzw. verringert man mit den gefederten Schrauben am Heatbed (am besten paarweise) den Abstand so lange bis sich das Papier mit einem leichten Widerstand bewegen lässt. Nach einigen Ausdrucken sowie diversen Kalibrierungsversuchen hat man hier recht schnell den Dreh raus welcher Widerstand der Richtige ist.

Ist das Bed kalibriert, alle Schlitten und Motoren arbeiten Ruckel und Vibrationsfrei und nichts hat Feuer gefangen 😉 kann es auch schon losgehen. Hierzu wird das Filament in den Druckkopf eingeführt und im Menü über „Print from SD Card“ eine so genannte G-Code Datei zum Druck ausgewählt. Als ersten Test haben wir das das Model „Figure“ aus den auf der SD-Karte mitgelieferten Modellen gedruckt und uns anschließend an das Feintuning des Druckers begeben, also unter anderem die Riemen wie oben bereits erwähnt noch einmal nachgespannt und alle Schraubverbindungen überprüft.

Zum Abschluss noch einen kleinen Zeitraffer des Ausdrucks, einfach weils geht:

Weiter geht es demnächst mit den möglichen Upgrades und deren Sinnhaftigkeit, stay tuned!

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